Was für ein schöner Frühlingstag. Die zur Sicherheit doch noch mitgebrachten Longsleeves blieben erstmals im Jahr 2025 in der Sporttasche. Es ging mal wieder in die Baumgasse, zu einem Platz, an den wir überwiegend gute Erinnerungen haben.

Und dann hatten wir bei diesem Kaiserwetter auch noch eine wundervolle Aufgabe vor der Brust: den Tabellenführer Rudell. Wir erinnern uns: Das Hinspiel war eine intensive Sache, die knapp aber nicht unverdient verloren gegangen ist.

Den Spielbericht schlossen wir mit den Worten: „Oder wie einer der Gegenspieler beim Handshake sagte: ‚Ich freu mich jetzt schon auf die Rückrundenpartie‘. Oooh ja, wir auch!“

Mammutaufgabe Rudell

Nun war es so weit, doch konnten wir damals noch gar nicht wissen, wie hoch die Latte im März 2025 liegen würde. Aus dem potenten Aufsteiger hat sich nämlich ein lupenreiner Titelkandidat – im Herbst sah es sogar lange Zeit nach dem feststehenden Meister aus – entwickelt. Der letzte Punkteverlust daheim datiert vom 28. April des letzten Jahres – ein 3:3 gegen Wien Wanderers. Die letzte Heimniederlage (2:3 gegen District West) kassierte der SKF am 14. April 2024.

Damals hieß man noch SK Frankonia. Überspitzt formuliert könnte man sagen, dass die Mannschaft Rudell das Gefühl eines Punkteverlusts daheim noch überhaupt nicht kennt. Zwölf Heimsiege infolge sprechen so oder so eine klare Sprache.

Diese kleine Recherche sei angefügt, um die folgenden Geschehnisse besser einordnen zu können.

Mit Anpfiff war es nämlich vorbei mit Eitel Sonnenschein. Der Gegner zeigt sofort, worin er gut ist, lässt den Ball gekonnt laufen und betreibt ein flottes Offensivspiel. Aber auch wir zeigen worin wir gut sind und halten mit aggressivem Pressing dagegen. Das offenbart zugleich, worin die Heimischen nicht so gut sind. Immer wieder bieten sich Lücken in der wackligen Defensive, durch die die Vibes durchstoßen.

Entmutigender Start

So zuversichtlich sich das auch anhört, eigentlich läuft die Anfangsphase dieses Duells richtig schlecht. Schon nach 15 Minuten muss unser Goalgetter Philipp verletzt raus. Ihn ersetzt Ricco, der heute seine eigene besondere Geschichte schreiben sollte.

Nach 20 Minuten der nächste Schock. Innenverteidiger Jo muss ebenfalls verletzt vom Platz.

Trotzdem ziehen wir unsere Spielanlage eisern durch, agieren aggressiv, pragmatisch und ersparen uns – ob des hohen gegnerischen Drucks – riskante Schönspielerei.

Nur Kick-and-Rush geht natürlich auch nicht. Gerade im letzten Drittel bewahren wir ein ums andere Mal die nötige Ruhe, um besagte Löcher in der Rudell-Verteidigung erfolgreich anzubohren. Der positive Effekt ist erstmals in der 21. Minute zu sehen, als Oskar sich auf der linken Seite durchsetzen kann und zum 1:0 abschließt.

Daraufhin drängt die Heimmannschaft auf den Ausgleich und wir können uns an dieser Stelle beim sensationellen Hans bedanken, der die eine oder andere Eins-gegen-Eins-Situation super entschärft.

Wir machen das mit dem Abschluss heute einfach besser. In der 35. Minute schlägt erstmals Riccos Stunde, der sich – ähnlich wie Oskar zuvor – durchsetzt und vor dem Rudell-Tor eiskalt bleibt. So wie auch fünf Minuten später (35.), als eine konfuse Freistoßvariante ihren Weg zu unserem Edeljoker findet. Plötzlich steht es 3:0 und die Sensation liegt greifbar in der Luft.

Doch es gelingt uns nicht, diesen Spielstand in die Halbzeit zu verteidigen. Ein schön getretener Freistoß – dem eine absolute Witzentscheidung des Schiedsrichterteams vorangegangen war – wird per Kopf ins Kreuzeck vollendet (45.). Ärgerlich, weil der Treffer definitv nicht regulär war, unverdient ist er aber auch nicht.

Kampf entscheidet

Die zweite Halbzeit belegt mit Fortdauer, was schon vor dem Spiel – auch aufgrund der Herbstbegegnung – zu erahnen war: Dieses Match wird nicht durch spielerische Klasse entschieden, sondern über den Kampf. Das Kaiserwetter, so schön es ist, fordert seinen Tribut.

Zuvor gelingt es uns aber einmal mehr Ricco in Szene zu setzen (52.), der vor dem Rudell-Keeper abermals cool bleibt. Hattrick zum 4:1.

Obwohl das nun ein recht beruhigender Vorsprung ist, bleibt die Matchcharakteristik wie sie ist. Rudell lässt sich nicht hängen, der USK hält dagegen. Ein Kampf um jeden Ball, ein Hauen ein Stechen (aber niemals unfair), Torchancen auf beiden Seiten – Beobachter Martin meint nach Spielende: „Hätte auch 10:8 ausgehen können.“

Es endet jedoch 4:2. Weil der Gegner in der Schlussphase noch einmal durch müde USK-Reihen durchkommt und ein letztes Mal anschreiben kann (83.). Alles Andere wird über die Zeit verteidigt.

Der Rest des Tages ist geprägt von euphorischen Jubelchören, gemütlichem Beisammensitzen bei gleichzeitigem Genuss der letzten Sonnenstrahlen sowie einem kühlen Bier und der kollektiven Anfeuerung unserer nicht minder erfolgreichen Young Vibes (Sechs-Punkte-Wochenende!), die zufällig am selben Ort spielen, wo wir den Tag ganz tiefenentspannt ausklingen lassen: In der Rudell-Festung, die wir soeben eingenommen haben.

MG